24. April 2017

Hintergrund Türkei

Die Republik Türkei, am Schnittpunkt Europas und Asiens gelegen, ist mehr als doppelt so groß wie Deutschland (779.452 km2). Sie ist ein ethnisch, religiös und kulturell sehr heterogenes Land, das bis heute stark agrarisch geprägt ist und sich in einem industriellen Entwicklungsprozess befindet. Kennzeichnend dafür sind Landflucht und Verstädterung, die bei weitem noch nicht abgeschlossen sind. Die wirtschaftlichen Unterschiede zwischen den einzelnen Regionen und zwischen Stadt und Land sind groß. Bis heute sind 40 Prozent der Bevölkerung in der Landwirtschaft beschäftigt (vor allem im Osten), die aber nur 12 Prozent zum Bruttosozialprodukt beitragen (Industrie: 29 Prozent; Dienstleistungen: 59 Prozent).

Von den knapp 70 Millionen Einwohnern (89 je km2) sind ca. 95 Prozent Muslime, davon 70 Prozent Sunniten und 15 bis 25 Prozent Aleviten. Neben weiteren muslimischen Minderheiten gibt es kleine Minderheiten von Christen, Juden und Jezidi. 90 Prozent der Bevölkerung sprechen die Amtssprache Türkisch als Mutter- oder Zweitsprache, 15 Prozent sprechen zudem Kurdisch. Auch andere Minderheiten verfügen über eigene Sprachen.

Eine umfangreiche Emigration setzte in der Türkei erst mit Beginn der Anwerbung in den 1960er Jahren des 20. Jahrhunderts ein, angetrieben durch hohe Arbeitslosigkeit und niedrige Löhne im Agrarsektor. Etwa zwei Drittel der damaligen Auswanderer stammten aus ländlichen Gebieten (vor allem im Osten und Südosten). Nach dem Anwerbestopp 1973 wurden Familienzusammenführung und politische Verfolgung zu den Hauptgründen der Migration.



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