14. Dezember 2018

Aus dem Nationalen Integrationsplan: Angebote zur Elternbildung.

Die erzieherische Kompetenz der Eltern muss durch ihre intensive Ansprache unterstützt werden. Angebote zur Elternbildung für eine verbesserte Wahrnehmung und Förderung des Entwicklungspotenzials ihrer Kinder müssen von Anfang an zur Verfügung stehen.

 

S. 49

Ein guter Spracherwerb und eine kontinuierliche Sprachentwicklung von Anfang an in der Familie ist daher ein wichtiges Ziel. Die erzieherische Kompetenz der Eltern muss durch ihre intensive Ansprache unterstützt werden.

Angebote zur Elternbildung für eine verbesserte Wahrnehmung und Förderung des Entwicklungspotenzials ihrer Kinder müssen von Anfang an zur Verfügung stehen. Dazu müssen vielfältige Strukturen erhalten und geschaffen werden, unter anderem in der Familienbildung, in der Kindertagesbetreuung und im Gesundheitswesen. Für Kinderärztinnen und -ärzte sowie für therapeutische Fachkräfte bedarf es einer spezifischen Qualifikation zur Diagnostik bei mehrsprachigen Kindern. Sie müssen befähigt sein, Eltern Handlungsempfehlungen zur Entwicklung von kindlicher Mehrsprachigkeit zu geben, die den Erkenntnissen der Spracherwerbsforschung entsprechen. Bezüglich der Kindertagesbetreuung bedarf es eines quantitativen und qualitativen Ausbaus, so dass die Eltern optimal unterstützt und die Kinder entwicklungsgerecht gefördert werden.

S. 52

Eine pädagogische, auf den Erkenntnisse der Spracherwerbsforschung basierende Sprachdiagnostik, die die valide Einschätzung des Sprachstandes ermöglicht und mit Blick auf die Entwicklungsprozesse und die Mehrsprachigkeit des Kindes angewendet, interpretiert und dokumentiert wird, erlaubt die Feststellung des individuellen konkreten Förderbedarfs. Mehrsprachigkeit, vorhandene Sprach- und Kommunikationsfähigkeiten und unterschiedliche kulturelle Erfahrungen in der Familie prägen die Sprachentwicklung von Kindern mit Migrationshintergrund und sind zugleich die Basis für weiteres Lernen.

S. 57

Erzieherinnen und Erzieher sowie Grundschullehrerinnen und Grundschullehrer im Hinblick auf ihre gemeinsamen Aufgaben im Bereich der Sprachförderung unter Berücksichtigung von „Deutsch als Zweitsprache" und Mehrsprachigkeit gemeinsam fortzubilden.

S. 63

Auf Seiten der betroffenen Schülerinnen und Schüler und ihrer Eltern stellen eine oftmals überdurchschnittlich hohe Lernmotivation und vergleichsweise positive Einstellung zur Schule wichtige Anknüpfungspunkte für alle Versuche zur Verbesserung der Bildungssituation der Kinder und Jugendlichen und zur Überwindung von sozialen und innerfamiliären Bildungsbarrieren dar. Auch in ihrer Mehrsprachigkeit liegt ein hohes Potenzial.

S. 64

Mehrsprachigkeit unter Einschluss der Herkunftssprache stellt daneben ein wichtiges Potenzial für das Individuum und die Gesellschaft insgesamt dar, das es zu fördern gilt. Es sind geeignete Maßnahmen zu erproben, wie der Mehrsprachigkeit im Schulalltag angemessen Rechnung getragen werden kann, beispielsweise durch bilinguale Schulformen.

S. 66

Neben dem Erwerb der deutschen Sprache anerkennt die Kultusministerkonferenz die Bedeutung der Mehrsprachigkeit für alle Kinder und Jugendlichen. Dies schließt die Herkunfts- oder Familiensprachen der Kinder und Jugendlichen mit Migrationshintergrund ein. Es sind geeignete Maßnahmen zu identifizieren, die das Prinzip der Mehrsprachigkeit im Schulalltag angemessen verankern. Die Länder werden nach Abschluss der laufenden Evaluierung des Modellprogramms

„Förderung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund (FörMig)" prüfen, inwieweit erfolgreiche Handlungsansätze und Instrumente in das Regelsystem überführt werden können. Die Kultusministerkonferenz verpflichtet sich, auf der Grundlage der nationalen Bildungsberichterstattung in einen kontinuierlichen Meinungsaustausch zur Förderung der Mehrsprachigkeit einzutreten.

S. 71

Zum andern besteht im Öffentlichen Dienst diesbezüglich Nachholbedarf. Für alle privaten und öffentlichen Ausbildungsbetriebe gilt, dass sich durch die zunehmende Vielfalt der Bevölkerung und die weitere Internationalisierung der Märkte die Anforderungen an die Betriebe ändern und daher die Einstellung von mehr Personal mit interkultureller Kompetenz und Mehrsprachigkeit auch Chancen eröffnet. Daher ist es erforderlich, Qualifizierungen zur interkulturellen Kompetenz in den entsprechenden Berufsausbildungs- und Weiterbildungsregelungen vorzusehen.

S. 74

Die Bundesagentur für Arbeit verstärkt ihr Angebot an Informationsmaterial in den Herkunftssprachen und macht dies über Multiplikatorinnen und Multiplikatoren in der Migrationsberatung bekannt.

Die Mehrsprachigkeit der Jugendlichen gewinnt in der Phase der Ausbildung eine besondere Bedeutung. Sie soll, wo immer dies möglich ist, berufsbezogen weiterentwickelt werden und zu einer Stärkung der Auszubildenden in ihren künftigen Arbeitsbereichen führen.



Sprungmarken

Projektpartner


URL dieser Seite: http://www.lehrer-info.net/kompetenz-portal.php/aid/160/cat/11