14. Dezember 2018

Kinderleben mit Migrationshintergrund

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Die soziale und ethnische Herkunft der Grundschulkinder sind eng miteinander verwoben. Kinder aus sozioökonomisch schlechter gestellten Familien haben schlechtere Noten, zusätzliche migrationsbedingte Unterschiede gibt es jedoch nicht

 Bemisst man die soziale Herkunft eines Kindes am ökonomischen (Haushaltseinkommen) und akkumulierten kulturellen Kapital (Schul- und Ausbildungsniveau) seines Elternhauses, so gehören 31% der deutschen, 44% der russlanddeutschen, aber 87% der türkischen Kinder zur Gruppe mit der geringsten Kapitalausstattung. Wie im Bildungssystem zeigt sich auch bei bildungsrelevanten Freizeitaktivitäten, dass zu beobachtende ethnische Ungleichheiten in hohem Maße auf diese Unterschiede in der sozialen Herkunft der Kinder und nur zum Teil auf ihre ethnische Zugehörigkeit zurückzuführen sind.

Schule hat einen hohen Stellenwert in den Familien, doch Kinder werden nicht immer unterstützt

Kinder aus sozioökonomisch schlechter gestellten Familien haben schlechtere Noten, zusätzliche migrationsbedingte Unterschiede gibt es jedoch nicht. Auch in Bezug auf die Bildungsaspirationen der Eltern zeigen sich keine interethnischen Differenzen: Nahezu alle Eltern nehmen die Schule wichtig und achten auf die Noten der Kinder. Nach Einschätzung der Kinder messen türkischstämmige Eltern ihren Zeugnissen großen Wert bei, unterstützen ihre Kinder aber am wenigsten in schulischen Belangen. Entsprechend empfinden Kinder aus Migrantenfamilien die Schule häufiger als subjektive Belastung und Anstrengung und berichten vermehrt von Angst in der Schule.

Gleichaltrige sind wichtig für Integration

Ethnische Abgrenzung gibt es bei Grundschulkindern (noch) wenig: Durchschnittlich sind ein Drittel der Freunde der türkischen Kinder und knapp die Hälfte der Freunde russlanddeutscher Kinder deutsch. Allerdings haben ein Viertel der türkischen und ein Fünftel der russlanddeutschen Kinder keinen regelmäßigen Kontakt zu deutschen Kindern außerhalb der Schule.

Deutsch dominiert als Kommunikationsmittel unter Freunden. Selbst mit Kindern aus demselben Herkunftsland wird häufig deutsch gesprochen Peers sind somit wichtig für Integration und Sprachkompetenz. Eine bessere Integration in deutsche Peergruppen geht mit einer höheren Sprachkompetenz einher.

Türkische Kinder nutzen die Schule, um Freundschaften zu knüpfen: Zwei Drittel ihrer Freunde haben sie in der Schule kennen gelernt, bei den deutschen und russlanddeutschen Kindern sind es etwa die Hälfte. Ethnisch gemischte Schulen sind als Kontaktbörse besonders wichtig, da Migrantenkinder seltener in Vereinen sind.
(Quelle: Ausgewählte Ergebnisse der Migranten-Zusatzerhebung des DJI-Kinderpanels)



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